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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Rulle Drucken Drucken
Geschrieben von M. Nitsche, D. Brüggemann und unbekannte Autoren   

ImageIm Jahr 2010 kann die Freiwillige Ortsfeuerwehr Rulle auf 80 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Es dürfte interessant sein, die einzelnen Etappen in unserer Feuerwehrchronik bis zum heutigen Tag zurück zu verfolgen. Spektakuläre Brandeinsätze und viel Engagement der Feuerwehrkameraden prägte die Geschichte der Feuerwehr in Rulle.

Die Freiwillige Feuerwehr in Rulle wird 1930 gegründet 

Schon vor dem eigentlichen Gründungsjahr 1930 bestand eine Löschmannschaft in Rulle, die von der Ruller Gemeindevertretung gewählt wurde und welche, wie es in einem alten Sitzungsprotokoll der Gemeinde heißt, " im Brandfalle mit der Spritze auszurücken habe".

Ein Schuhmacher war der erste Löschmeister

Der erste Löschmeister in Rulle wurde der Schuhmacher Vohsler. Zur Stellung der Gespanne zum Spritzenfahren wurden fünf Männer gewählt: Colon Gödicke, W. Sander, Linnemann, Große Schawe, Meyer zu Farwig. ( Colon= zu Diensten verpflichteter Bauer) Zur Bedienungsmannschaft der Spritze wurden 12 weitere Männer gewählt. Nach dem Tode Des Herrn Vohsler übernahm am 14. Januar 1919 David Westermeyer die Führung der Löschmannschaft. Am 26. November 1919 wurde von der Gemeindevertretung beschlossen, die Feuerlöschgeräte nebst Gespannen in einer Versicherung aufnehmen zu lassen. Dadurch wurde die öffentliche und gemeinnützige Aufgabe der sogenannten Löschmannschaft hervorgehoben. Als dritten Spritzenmeister wählte man am 12. April 1924 Heinrich Lotte.

Die offizielle Feuerwehr-Geschichte

Gerätehaus
Unter der Leitung von Hesse wurde das Gerätehaus gebaut, das am 26.Juni 1950 eingeweiht wurde.
Am 19. Januar 1930 beginnt die offizielle Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Rulle. Die Gemeindevertretung beschloß, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen und sie den Anforderungen der Zeit anzupassen. Es wurde eine Kommission gebildet, die aus den Herren Vocke als Vorsitzendem, sowie den Herren Hanfeld und Levedag bestand. Diese Kommission wurde mit der Ausrüstung der Feuerwehr beauftragt. Am 30. Oktober wurde von Herrn Levedag und Herrn Tiesmeyer die erste Motorspritze angeschafft. Zum ersten Brandmeister wurde Oberförster Einicke gewählt. Er leitete die Wehr bis Oktober 1934. Ihm folgte im Amt Franz Wahmhoff bis Februar 1939. Zum dritten Brandmeister wählte man August Hesse. Er übernahm sein Amt am 1. März 1939 und führte die Ruller Wehr durch die schweren Jahre des Krieges und darüber hinaus bis zu seinem Tod am 10. April 1958. Unter seiner Leitung wurde auch das Gerätehaus gebaut, das am 26.Juni 1950 eingeweiht wurde. Nachfolger wurde Johannes Garthaus, der die Feuerwehr Rulle bis zu seinem Tod am 10. Januar 1966 leitete. Danach wurde Heinrich Düvel als kommissarischer Brandmeister eingesetzt. Am 15.August 1967 wurde er offiziell im Amt bestätigt und leitete die Geschicke der Feuerwehr Rulle bis zur Vollendung seines 65. Lebensjahres. In seine Amtszeit fiel auch die wichtige Anschaffung eines Magirus-Deutz Eckhauber TLF 16 T. Dieses Fahrzeug sollte noch bis ins Jahr 1990 seinen Dienst in Rulle verrichten. Ebenfalls im Jahr 1967 wurde in Rulle von Adolf Meyer die Jugendfeuerwehr gegründet.

Heinz Klenke wird neuer Gemeindebrandmeister

Am 3. Juni 1971 wurde Heinz Klenke zum neuen Gemeindebrandmeister in Rulle gewählt, der die Aufbauarbeit seines Vorgängers mit gleichem Elan fortsetzte. In seiner Amtszeit wurden 1977 gleich zwei neue Fahrzeuge angeschafft: Ein VW Typ 2 als MTW und ein Daimler-Benz 409 als LF 8 TS. Grundlegende Änderungen in der Organisation der Feuerwehren brachte die Gebietsreform mit sich. Die Freiwilligen Feuerwehren Wallenhorst und Rulle wurden zur Gemeindefeuerwehr Wallenhorst zusammengelegt. Josef Hörnschemeyer von der Ortsfeuerwehr wurde Gemeindebrandmeister und Heinz Klenke zu seinem Stellvertreter.

TLF 16/25
Mit Martin Tackenberg als Brandmeister konnte im Jahr 1990 nach langer Planung das alte TLF durch ein neues TLF 16/25 ersetzt werden.
Am 28. Juni 1983 verstarb im Alter von nur 52 Jahren Heinz Klenke. Ihm folgte im Amt Martin Tackenberg von 1983 bis 1997. Während seiner Amtszeit konnte im Jahr 1990 nach langer Planung das alte TLF durch ein neues TLF 16/25 -wiederum von Magirus- ersetzt werden. Dadurch wurde die Schlagkraft der Wehr entscheidend erhöht, da die Anzahl der Einsätze unter Atemschutz immer weiter zunahm und sich ein Trupp schon während der Anfahrt zum Einsatzort ausrüsten kann. Außerdem hatte das alte TLF nur eine Truppkabine, während das neue über eine Stärke von 1: 5 verfügt. Das alte TLF leistete noch einige Jahre gute Dienste in unserer Partnerfeuerwehr Mirow in Mecklenburg. Am 17. September 1993 konnte auch der MTW aus dem Jahr 1977 außer Dienst gestellt werden. Es wurde ein neues Fahrzeug vom Typ VW T 4 beschafft und zum großen Teil in Eigenarbeit auf unsere Bedürfnisse umgebaut.

Neues Löschfahrzeug für Rulle

LF8
Das alte LF8 wird im Jahr 2000 durch ein modernes Löschfahrzeug (LF8/6) abgesetzt.
Im Jahr 1997 trat Martin Tackenberg auf eigenen Wunsch nach 14 erfolgreichen Jahren von seinem Amt als Ortsbrandmeister zurück. Ihm folgte sein langjähriger Stellvertreter Georg Vennemann. Im Jahr 2000 konnte das LF 8 dann durch ein LF 8/6 ersetzt werden, das den gleichen Vorteil bietet wie das TLF: Ein Trupp kann sich bereits auf der Anfahrt zum Einsatz mit Atemschutz ausrüsten, was bei der Menschenrettung erhebliche Zeitvorteile mit sich bringt. Mit dem neuen Fahrzeug wurde auch ein Rettungssatz, bestehend aus Schere und Spreizer, angeschafft ( Kombigerät). Im Jahr 2003 gab es eine neue Tragkraftspritze sowie im Mai 2004 ein neues Notstromaggregat, so dass sich die Feuerwehr Rulle auch als Ortsfeuerwehr im Jubiläumsjahr gut ausgerüstet und schlagkräftig präsentieren kann.

Renovierung des Feuerwehrhauses

Umbauarbeiten
Garagen und neue Parkplätze wurden in ehrenamtlicher Arbeit erstellt.
In den letzten zwei Jahren hat sich im Umfeld des Feuerwehrhauses auch einiges getan. Es wurde wegen akuten Platzmangels durch unseren stellvertretenden Ortsbrandmeister Michael Klenke eine ausgediente Trafostation der Stadtwerke Osnabrück unter Mithilfe des KW 40 der Berufsfeuerwehr neben dem Feuerwehrhaus aufgestellt.

Dort und im nebenstehenden Garagengebäude wurden eine kleine Werkstatt und ein Abstellplatz für unseren Anhänger eingerichtet. Die investierte Eigenleistung beläuft sich auf mehrere hundert Stunden Arbeit. Nicht zu vergessen die Leistung der immer noch aktiven Altersabteilung, die unter Leitung von Adolf Meyer die Bäume gerodet und den neuen Parkplatz gepflastert hat.

In diesem Zusammenhang gilt unser besonderer Dank jeglicher Unterstützung der Aktivitäten durch Berufsfeuerwehr, Altersabteilung sowie Rat und Verwaltung der Gemeinde Wallenhorst und allen anderen , die wir jetzt in dieser Aufzählung vielleicht vergessen haben.

In den Jahren 2006 und 2007 folgten weitere Umbaumaßnahmen im Feuerwehrhaus: Die bisher vermietete Wohnung wurde frei und stand damit der Feuerwehr zur Verfügung. In zahlreichen Stunden wurden die Räume komplett renoviert. Auch der Parkettfußboden wurde von einer Fachfirma überarbeitet. Es entstand u. a. ein größeres Büro und ein kleiner Besprechungsraum für das Ortskommando. Außerdem wurde ein Aufenthaltsraum mit Tischkicker und Dart hergerichtet. Ebenfalls neuwertig ist die eingebaute Küche. Sie ist wesentlich größer ausgefallen als die bisherige Teeküche und verfügt über alle notwendigen technischen Anlagen (Herd, Kühlschrank, Geschirrspüler, Mikrowelle). Nicht vergessen werden darf das renovierte Badezimmer. Durch die Umbauten ist in den bisherigen Funktionsräumen neben dem großen Lehrsaal neuer Platz entstanden, der nun anderweitig sinnvoll genutzt werden soll. 

Auch die Außenanlagen des Feuerwehrgerätehauses mussten den geänderten Anforderungen angepasst werden. Hinter dem Gerätehaus sollten zusätzliche Fläche für Übungsdienste und als Einsatz-Parkplatz entstehen. Aus diesem Grund wurden Anfang 2008 die Fichten zwischen dem Gebäude und dem öffentlichen Parkplatz gerodet. Ein Anbau an die Werkstatt musste abgerissen werden, um an dieser Stelle nun die kleine Garage aufstellen zu können. Ein Großteil des vorhandenen Parkplatzes wurde aufgenommen und anschließend von einer Fachfirma neu gepflastert. Die Feuerwehrkameraden investierten für vorbereitende Arbeiten insgesamt 1031 Stunden ihrer Freizeit. Die Gemeinde übernahm die Kosten für Material und die Fachfirma. Die Arbeiten wurden mit der Beflanzung der Beete im Frühjahr 2009 abgeschlossen.

Im Herbst 2009 wurden abermals zahlreiche Stunden freiwillige Leistungen erbracht. Der Schulungsraum wurde modifiziert und komplett renoviert. Einen ausführlichen Bericht mit Fotos dazu finden Sie demnächst auf unserer Website!

Nun, im Jahr 2010 wird die Feuerwehr Rulle ihr 80jähriges Bestehen mit der Öffentlichkeit feiern können. Hier gehts' zum Festprogramm.

 Gott zur Ehr'- Dem Nächsten zur Wehr.

 
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